Vergiss deine Menschlichkeit nicht!

Wie Corona einige Menschen verändert, musste ich die letzten Tage sehr erschreckend feststellen. Natürlich ist das für dich, für mich – für alle eine ungewohnte Situation, aber genau in dieser Zeit steht der Zusammenhalt im Vordergrund. Das menschliche Miteinander. Auch wenn es viele Einschränkungen in dem Begriff ,,Miteinander“ gibt, ist genau dieser Zusammenhalt das, was zählt. Respekt vor jedem Einzelnen sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Eigentlich. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit und genau deshalb, kann ich aktuell viele Situationen überhaupt nicht nachvollziehen, sodass ich mir hierzu sehr viele Gedanken mache.

Situation vor einem sehr großen Einkaufsladen, die ich mitbekommen habe: Ehepaar geht zusammen einkaufen. Sie werden darauf hingewiesen, sich jeweils einen Einkaufswagen zu nehmen. Der Mann holt einen. Die Frau nicht. Die Frau wird erneut darauf hingewiesen, dass pro Person ein Einkaufswagen genommen werden muss. Die Frau zeigt sich sehr entsetzt und sagt wirklich lautstark, dass sie eigentlich gar keinen Einkaufswagen bräuchten, da sie nur 3 Teile einkaufen wollen und jetzt müssen sie für die 3 Teile direkt 2 Einkaufswagen mitnehmen?! Nach diesen Worten geht sie ohne Einkaufswagen ihrem Mann hinterher. – Die erste Fragen die ich mir gestellt habe: Du brauchst nur 3 Teile. Warum gehst du dann in so einen großen Einkaufsladen? Jeder erdenkliche andere Markt ist direkt in der Nähe. Warum geht ihr zu zweit einkaufen, wenn ihr nur mal schnell 3 Teile braucht? – Du / Ihr habt euch so entschieden. Ich stehe nicht in der Position um dieses zu beurteilen. Richtig. Und du stehst nicht in der Position, die Person die dich auf die Richtlinien hinweist, anzuschreien und dich gegen diese Richtlinien zu wenden.

„Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt’s nicht.“

– Konrad Adenauer

Eine weitere Situation die meine Mutter mir berichtet hat, von der ich noch mehr schockiert war: Frau A. steht an der Kasse, räumt ihren Einkauf aufs Band und möchte bezahlen. Frau B. – türkischer Herkunft, mit Mundschutz ausgestattet – steht hinter ihr an der 1,5m Abstandsmarkierung und weitere 1,5m dahinter steht meine Mutter. Frau A. ruft sehr lautstark zu Frau B., dass sie doch mal richtig den Abstand einhalten soll – Frau B. kann sich sprachlich nicht zu 100% korrekt ausdrücken – sagt aber, dass sie doch an der Linie steht. Frau A. weiterhin sehr lautstark: Nein das reicht nicht! Stellen Sie sich am Besten hinter die andere Frau! – Und damit war meine Mutter gemeint. Warum soll sich ein Mensch, der sich an den Abstand hält, ihren Abstand verdoppeln? Weil sie einen Mundschutz trägt und du denkst, sie sei krank? Weil sie optisch gesehen einen anderen gebürtigen Hintergrund hat? In dieser Situation, wo du durch den Laden schreist, verbreitest du mehr Keime, als die eine Frau, die mit ihrem geschütztem Mundschutz 1,5m hinter dir steht.

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